Ein verzaubernder Duft liegt in der Luft

Die Spaziergänger halten die Nasen in den Wind und schnuppern. Wohin das Auge auch blickt, es scheint als ob die Zeit stehen geblieben sei, der Geruch nach Kaffee ist allgegenwärtig. Diejenigen von Ihnen, die schon mal bei uns waren, werden sich wahrscheinlich sagen: "...endlich röstet er wieder..." Er – das ist Jens Burg, Inhaber der Kaffeerösterei Burg, einer der letzten privaten Rösterei Hamburgs.

Einst waren in Hamburg mehrere hundert Kaffeeröstereien. Alleine in den 60-ger gab es noch in Hamburg 300 davon. Geblieben sind nur noch sehr wenige deren Zahl zwischen drei und zehn schwankt. Eine von diesen ist die Kaffeerösterei Burg.

Familie Burg besitzt den im Jahr 1923 gegründeten Laden bereits in der vierten Generation.

Firmengründer Erich Burg mit Sohn Jens 1948 vor dem Laden Eppendorfer Weg 252 Firmengründer Erich Burg mit Sohn Jens 1948 vor dem Laden Eppendorfer Weg 252 Jens Burg hat ihn von seinem Vater Erich Burg 1960 übernommen denn Kaffee ist unsere Leidenschaft. Das nehmen wir ganz persönlich. Der kleine Laden ist ein wahres Kaffeemuseum, das daran erinnert, dass Kaffee einst ein Luxusartikel war.

Früher wurde der Röstmeister aus Eppendorf von der Branche belächelt; heute weiß der Händler, dass er sich nur mit seinem ausgefallenen Angebot gegen "die Großen" behaupten konnte. Lediglich drei von 300 kleinen Hamburger Ladenröstereien haben den gnadenlosen Konkurrenzkampf der Kaffeeriesen überlebt. Existenzsorgen quälen Burg jetzt nicht mehr. Sein Familienunternehmen feiert nächstes Jahr 85-jähriges Firmenjubiläum und boomt wie noch nie.

Unsere Rezeptur ist eine vollendete Mischung aus erlesenen Hochlandsorten, kompetenter Produktion und privatem Faible. Wir nutzen das Knowhow der Generationen. Der Familienbetrieb ist auf ausgezeichnete Mischungen und bevorzugte Sorten spezialisiert.

Nicht immer einfach sei es gewesen, sagt der mitlerweise 65-jährige mit leiser Stimme. 40 Jahre habe er sein Handwerk durchgezogen, mit "allen Höhen und Tiefen". "Ich habe auch deshalb die Zeit, als alle zum Supermarkt liefen, überlebt, weil ich eine gute Verbindung zur Hamburger Speicherstadt hatte. Von den Reedereien konnte ich überzählige Kaffee- und Teesäcke erwerben und weiter verkaufen."
Andererseits habe er sich auch nie "einnormen" lassen und immer seine Linie vertreten, fügt Jens Burg schmunzelnd hinzu. Seine Stimme wird lebhaft, er muss lachen, als er erzählt, wie ihn die anderen früher als Exzentriker bezeichnet hatten. Während er nämlich Kaffee testete, habe er eine Vorliebe für Tee entwickelt und schon bald darauf einen Teeladen eröffnet. Eher zufällig habe er in eine Blechbüchse, in der zuerst Vanillestangen steckten, Tee gefüllt. "Daraufhin haben die Kunden nach dem Tee mit Vanillegeschmack gefragt. Da hat es bei mir Klick gemacht, und ich habe herum probiert. Das Ergebnis waren die ersten Aromatees."

Warum sollte das nicht auch bei Kaffee funktionieren, fragte sich der Kaffeekönig, der quasi zwischen Kaffeesäcken aufgewachsen ist. Also habe er probiert - sehr zum Ärger vieler Experten, die ihn als "verrückt" bezeichneten. Kaffee mit Vanillearoma bot er zuerst an. 20 Jahren ist das her. Heute können die Kunden zwischen 24 reinen Kaffeesorten, 45 Aromakaffees mit so klangvollen Namen wie Hawaii Kona Haselnuss und Marzipan Cappuccino, sechs Espressosorten und rund 140 verschieden Tees, von Jade Oolong bis Kenia Pekoe, wählen.

Mit den verschiedenen Kaffeesorten beliefert Jens Burg etwa 20 Cafés, Coffeeshops und Hotels in der Hansestadt. Die Produktpalette im Geschäft zählt rund 1500 Sorten an Kaffee, Tee, Schokolade und Kaffeezubehör. Von so viel Vielfalt zeigen sich die Kunden begeistert, geschickt entwickelte Jens Burg, der von seiner ganzen Familie im Laden unterstützt wird, sein Sortiment rund um den Kaffee, das die unterschiedlichsten Kunden anlockt. Es hat den Anschein, als würden hier wirklich alle Wünsche erfüllt.